In einem früheren Blogbeitrag zu Flex-Leistungsmodulen untersuchten wir die Zuverlässigkeit der berechneten mittleren Betriebsdauer zwischen Ausfällen (MTBF) von Leistungsmodulen. Wir kamen zu dem Schluss, dass die Angaben in den Datenblättern nur dann aussagekräftig sind, wenn Produkte unter identischen, statischen Bedingungen verglichen werden. Selbst beschleunigte Tests bilden selten reale Anwendungsszenarien ab, und die Rücklaufquoten im Feld können zu stark variieren, um allgemeingültige Aussagen treffen zu können. Wir wiesen außerdem darauf hin, dass eine begrenzte Betriebsdauer aufgrund von Verschleiß nicht zwangsläufig auf eine geringe Zuverlässigkeit während dieses Zeitraums hindeutet.
In der Praxis erweisen sich Leistungselektronikmodule namhafter Hersteller bei stabilem Betrieb, selbst bei hohen Temperaturen, als äußerst zuverlässig.
Häufig werden beschleunigte Zuverlässigkeitstests an Modulen ohne einen einzigen Ausfall abgeschlossen. In solchen Fällen gilt es als üblich, von einem unmittelbar bevorstehenden Ausfall auszugehen, um zumindest einen konservativen minimalen MTBF-Wert berechnen und angeben zu können.
Ausfälle kommen vor
Ausfälle können jedoch auftreten und sind fast immer auf ungünstige Umgebungsbedingungen zurückzuführen. Dazu zählen Stöße, Vibrationen, elektrische Transienten und elektrostatische Entladungen (ESD). In professionellen Anwendungen wie Rechenzentren lassen sich diese Einflüsse jedoch erkennen und beseitigen. Unvermeidbar sind hingegen Temperaturschwankungen. Diese führen zu unterschiedlicher Ausdehnung und Kontraktion der Verbindungsmaterialien im Modul und seinen Anschlüssen und können Kondensation und daraus resultierende Korrosion verursachen. Die Schwankungen können durch Änderungen der Umgebungstemperatur bedingt sein, die häufigste Ursache ist jedoch die unvermeidliche Eigenerwärmung und -abkühlung nach starken Lastsprüngen. Moderne Leistungswandler sind zwar sehr effizient, doch Kunden nutzen dies, um aus kleineren Modulbauformen mehr Leistung zu gewinnen. Daher können die Änderungen der Verlustleistung und der internen Temperaturen bei Lastsprüngen dennoch erheblich sein.
Die Situation wird durch das Bestreben, den durchschnittlichen Stromverbrauch durch möglichst häufiges Umschalten der Prozessoren in den Leerlaufmodus zu senken, nicht verbessert. Dieser Ansatz ist zwar effektiv, bringt aber zusätzliche Komplikationen mit sich. Plötzliche Lastwechsel von nahezu null auf mehrere hundert Ampere und zurück stellen nicht nur die Leistungselektronik vor die Herausforderung, die Ausgangsspannung innerhalb der Spezifikationen zu halten, sondern erzeugen auch schnelle interne Temperaturschwankungen, die langfristig zu mechanischer Belastung und Beschädigung führen können.