Angetrieben von der unstillbaren Nachfrage nach Cloud-Speicher und -Verarbeitung expandieren Rechenzentren in einem beispiellosen Tempo. Die weltweite Gesamtkapazität der heutigen Hyperscale-Rechenzentren, der größten Rechenzentrumstypen, beträgt hat sich in den letzten vier Jahren verdoppelt, und wächst weiter.
Die wachsende Kapazität von Rechenzentren führt zu einem stetig steigenden Strombedarf. Komponenten müssen zuverlässig mit Energie versorgt werden, wobei Effizienz weiterhin höchste Priorität hat. Gleichzeitig besteht ein zunehmender Bedarf an kompakten Systemen mit höherer Leistungsdichte, die mit Flüssigkeitskühlsystemen mit reduzierter Wärmeabgabe kompatibel sind, um die Kosten des Wärmemanagements zu senken.
Die Umstellung auf 48 V
Als Reaktion darauf geht ein aktueller Trend weg von 12 V als Standardspannung für die Gleichstromverteilung in Rechenzentren hin zu 48 V. Durch die Vervierfachung der Spannung reduziert sich der benötigte Strom um denselben Faktor. Dies bedeutet, dass die Leitungsverluste um den Faktor 16 sinken (da sie proportional zum Quadrat des Stroms sind), was die Effizienz steigert und die Wärmeabgabe verringert, während gleichzeitig kleinere Stromschienen verwendet werden können.
Gleichzeitig sind Rechenzentren nach wie vor voll von Systemen und Komponenten, die eine stabilisierte 12-V-Stromversorgung benötigen, bei der die Ausgangsspannung des Netzteils nicht mit Schwankungen der Eingangsspannung variiert. Beispiele für solche Komponenten sind PCIe-Karten, bestimmte Speichertypen, Festplatten oder SSDs zur Datenspeicherung sowie Lüfter.
In der Praxis kann die Eingangsspannung in Rechenzentren häufig schwanken, und nicht alle Stromversorgungstopologien sind dafür geeignet. Dies spiegelt sich in Kammerversuchen des Open Compute Project (OCP) wider, bei denen variable und verrauschte Eingangsspannungen simuliert werden.
Hyperscale-Rechenzentren benötigen modulare, skalierbare Stromversorgungssysteme, die bei Bedarf schnell eingesetzt werden können – beispielsweise wenn ein Kunde Geräte in seinen Racks umstellt oder neue Rechen- oder Speicherkapazität hinzufügt.